Pechau - das schönste Elbauendorf Magdeburgs!
Heinrich Rathmann
Es ist anzunehmen, daß Rathmann nicht 1750,
sondern erst 1751 als 8. Kind der Familie eines Bauern geboren wurde, da das 7. Kind am
6.9.1749 geboren wurde. Seine Mutter verstarb 1751 wahrscheinlich an den Folgen
der Geburt. Die Eintragung im Taufregister ist daher wohl
versehentlich unterblieben.
Rathmann lebte von 1793 bis zu seinem Tod 1821 in Pechau.
1793 übernahm er das Pfarramt zu Pechau und Calenberge, das er bis zu
seinem Tode 28 Jahre lang führte. 1798 wurde er zusätzlich dem Kirchen- und
Schuleninspektor beigeordnet. 1806 übernahm er sämtliche Inspektionsgeschäfte
und wurde Superintendent. 1816 wurde er zum Königlichen Konsistorialrat ernannt.
Zwischen 1800 und 1816 erschien sein bedeutendstes Werk "Geschichte der Stadt
Magdeburg" in 4 Bänden. Pädagogisch trat Rathmann für die Ziele des
Pädagogen Basedow ein und engagierte sich für eine verbesserte Bildung der Bauern.
Die Stadt Magdeburg benannte nach ihm die Rathmannstraße. Sein Grab befindet
sich noch heute auf dem Pechauer Kirchfriedhof. Es wurde 2016 restauriert.
Die umfangreiche
Dokumentation der Restaurierungsarbeiten können Sie hier einsehen...
1807 wurde Pechau zum westlichsten Dorf Preußens! 1813 fanden Gefechte bei Pechau und Gübs zwischen preußischer Landwehr und der französischen Garnison von Magdeburg statt. |
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In den Napoleonischen Kriegen (in Europa
1796-1815, mit Preußen 1806/1807) lagen im Oktober/November 1806 in
Pechau französische Truppen zur erfolgreichen Belagerung Magdeburgs. 1807 wurde Pechau erneut Grenzgebiet. In Folge des Tilsiter Friedens
1807 wurden Magdeburg und 1808 das Amt Gommern sowie das gegenüberliegende ostelbische
Überschwemmungsgebiet an das Königreich Westfalen (bis
1813) angegliedert. Pechau wurde zum westlichsten Dorf Preußens.
Wegen der ewigen Grenzstreitigkeiten schoben die Franzosen ihre
Posten jedoch gewöhnlich bis zur Linie Biederitzer Busch - Königsborn
- Gommern vor. Im
Befreiungskrieg (1813-1815) gegen
Napoleon I. Bonaparte von Frankreich (1769-1821) kam es am 5. April
1813 zum Gefecht bei Möckern (Dannigkow, Wahlitz, Zehdenick). Der
Klusdamm wurde dabei von der Kaiserlichen Gardedivision (9 1/2
Bataillone und Squadrone, 16 Kanonen) unter Baron Rogeut
verteidigt, die in Pechau stand. Die
zahlenmäßig überlegenen Franzosen (ca. 37.400 Mann) wurden von preußisch-russischen
Truppen (ca. 20.050 Mann) geschlagen und zogen sich wieder nach Magdeburg zurück.
Das war der erste Sieg gegen die Franzosen im Freiheitskampf auf deutschem
Boden. Dabei
wurden Brücken des Klusdamms von den Franzosen zerstört, die Kirche, Häuser und die
Schule von Pechau zerschossen und es wurde geplündert. Am 7. April
verschoben die Kosaken ihre Posten bis Pechau. Danach wurde eine Schanze
zwischen Pechauer See und Alter Elbe errichtet. Das schwach verschanzte Pechau als erster Vorposten der Verbündeten wurde am 20. November 1813 von den Franzosen in großer
Übermacht geplündert. Am 16. Dezember 1813 wird Pechau bei einem
Ausfall der bis Mai 1814 eingeschlossenen französischen Garnison aus
Magdeburg erneut geplündert und verwüstet. Es kommt erneut zu einem
erbitterten Gefecht mit preußischer Landwehr bei Pechau und Gübs, wo
der Ausfall abgewehrt wird. Durch den Pariser Frieden 1814 bzw. Wiener
Kongress 1815 kam Pechau zur preußischen Provinz Sachsen (1815-1944;
1944-1945 Provinz Magdeburg u.a.) mit der Hauptstadt
Magdeburg. 1827 besaß Pechau 300 Einwohner. 1828 wurde in Pechau die Bockwindmühle erbaut. Im Revolutionsjahr 1848 wurde in Pechau eine Bürgerwehr gegründet. 1861 hatte Pechau 523 Einwohner. |
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