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Pechauer See

Pechau - das schönste Elbauendorf Magdeburgs!

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Die Geschichte Pechaus
von Dr. Hans-Christian Solka

 

1. Gründungsgeschichte
2. Slawenzeit
3. 12. bis 16. Jahrhundert
4. 17. und 18. Jahrhundert
5. 19. Jahrhundert
6. Zeit des Deutschen Reichs
7. DDR-Zeit
8. Ab 1990

Impressum | Kontakt

Pechau ist ein Haufendorf mit vorwiegend Drei- und Vierseitenhöfen, wie sie für das Magdeburger Land typisch sind. Der heutige Dorfgrundriß mit der Ringstraße geht auf den Aufbau des deutschen Neuen Dorfes unter dem Lokator Heribert zurück, der am 18. juni 1159 das Dorf Pechau mit 6 Hufen (ca. 60 ha) Land westlich des slawischen Burgwalls mit allem Zubehör und der Gerichtsbarkeit über alle Ansiedler als Lehen erhielt. Erzbischof Wichmann von Magdeburg (1152-1192) holte Neusiedler aus Flandern in die Region, um das Land trockenzulegen und landwirtschaftlich besser zu nutzen.

 

1185 übereignete Wichmann dem Nicolaistift 2 Hufen und 1191 der Andreaskapelle in Magdeburg 3 Hufen Land in Pechau.

 

Lag Pechau zur Jahrtausendwende noch zwischen zwei großen Elbarmen, so floss später der Hauptstrom in der Alten Elbe und etwa im Bett der jetzigen Stromelbe westlich an Pechau vorbei. Pechau gehörte nun nicht nur politisch, sondern auch geografisch zum Jerichower Land, das sich überwiegend (die Ländereien um Gommern gehörten seit 1269 zu Sachsen und Gebiete im Norden gehörten zu Brandenburg) im Besitz des Erzstiftes Magdeburg befand.


1221 wurde die Kirche in Pechau erstmals erwähnt. Zugehörig war sie bis 1562 dem Lorenzkloster in der Magdeburger Neustadt. 1275 gehörten Zipkeleben, Menz und Königsborn zum Kirchspiel Pechau.

 

1403 und 1407 wurde Pechau im bis 1407 dauernden Krieg mit Erzbischof Günther II. von Magdeburg (1403-1445) von den Fürsten von Anhalt überfallen und ausgeraubt. Aus dem Jahr 1469 stammte die älteste Erwähnung des Klusdamms von Magdeburg an Pechau vorbei als Hauptverkehrsweg nach Osten.

 

1459 vertauschte ein Herr von Treskow, der Pechau vom Erzbischof in Magdeburg zum Lehen erhalten hatte, Pechau an das Kloster Berge in Magdeburg. In Pechau entstand am nordwestlichen Ende der heutigen Breiten Straße ein Vorwerk des Klosters.

 

1524 kam Martin Luther (1483-1546) von Wittenberg, an Pechau vorbei, über den Klusdamm und brachte die Reformation nach Magdeburg ("Unsres Herrgotts Kanzlei"). In der Reformationszeit (1517, 95 Thesen zu Wittenberg; 1555, Augsburger Religionsfrieden) wurde Pechau 1546 und 1550 im Schmalkaldischen Krieg (1550/1551) während der vergeblichen  Belagerung des protestantischen Magdeburgs durch den katholischen Kurfürsten Moritz von Sachsen (1521-1553) von Magdeburger Bürgern geplündert.


1562 wurden in den Kirchenbüchern 30 Bauernstellen in Pechau erwähnt. Bis zum 16. Jahrhundert  hatte Pechau nicht mehr als 100 Einwohner.

Lokatoren agierten als Mittelsmänner zwischen Grundherren und Siedlern. Sie übernahmen die Verantwortung für Logistik und technische Aspekte der Ansiedlung einschließlich der Siedlerwerbung und Landaufteilung.
 

 Dafür erhielten sie in den neuen Siedlungen Ländereien mit erblichen Privilegien sowie das Amt des Dorfschulzen (Dorfvorsteher), der in Gerichtsfällen einen Teil der Bußgelder und des eingezogenen Eigentums behalten durfte.

 

 

 

 

 

Foto St. Thomas-Kirche

Kirche St. Thomas

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