Pechau - das schönste Elbauendorf Magdeburgs! |
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Die Geschichte Pechaus
1. Gründungsgeschichte |
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Pechau ist ein Haufendorf mit vorwiegend
Drei- und Vierseitenhöfen, wie sie für das Magdeburger Land typisch
sind.
Der heutige Dorfgrundriß mit der Ringstraße geht auf den Aufbau
des deutschen Neuen Dorfes unter dem Lokator Heribert zurück, der
am 18. juni 1159 das Dorf Pechau mit 6 Hufen (ca. 60 ha) Land
westlich des slawischen Burgwalls mit allem Zubehör und der
Gerichtsbarkeit über alle Ansiedler als Lehen erhielt.
Erzbischof Wichmann von Magdeburg (1152-1192) holte Neusiedler aus
Flandern in die Region, um das Land trockenzulegen und
landwirtschaftlich besser zu nutzen. 1185 übereignete Wichmann dem Nicolaistift 2
Hufen und 1191 der Andreaskapelle in Magdeburg 3 Hufen Land in
Pechau. Lag
Pechau zur Jahrtausendwende noch
zwischen zwei großen Elbarmen, so floss später der Hauptstrom in der
Alten Elbe und etwa im Bett der jetzigen Stromelbe westlich an Pechau
vorbei. Pechau gehörte nun nicht nur politisch, sondern auch
geografisch zum Jerichower Land, das sich überwiegend (die
Ländereien um Gommern gehörten seit 1269 zu Sachsen und Gebiete im
Norden gehörten zu Brandenburg) im Besitz des
Erzstiftes Magdeburg befand.
1221 wurde die Kirche in Pechau erstmals
erwähnt. Zugehörig war sie bis 1562 dem Lorenzkloster in der
Magdeburger Neustadt. 1275 gehörten Zipkeleben, Menz und Königsborn zum
Kirchspiel Pechau. 1403 und 1407 wurde Pechau im bis 1407
dauernden Krieg mit Erzbischof Günther II. von Magdeburg (1403-1445)
von den Fürsten von Anhalt überfallen und ausgeraubt. Aus dem Jahr
1469 stammte die älteste Erwähnung des Klusdamms von Magdeburg an
Pechau vorbei als Hauptverkehrsweg nach Osten. 1459
vertauschte ein Herr von Treskow, der Pechau vom Erzbischof in
Magdeburg zum Lehen erhalten hatte, Pechau an das Kloster Berge in
Magdeburg. In Pechau entstand am nordwestlichen Ende der heutigen
Breiten Straße ein Vorwerk des Klosters. 1524 kam Martin Luther (1483-1546) von
Wittenberg, an Pechau vorbei, über den Klusdamm und brachte die
Reformation nach Magdeburg ("Unsres Herrgotts Kanzlei").
In der
Reformationszeit (1517, 95 Thesen zu Wittenberg; 1555, Augsburger
Religionsfrieden) wurde Pechau 1546 und 1550 im Schmalkaldischen
Krieg (1550/1551) während der vergeblichen Belagerung des
protestantischen Magdeburgs durch den katholischen Kurfürsten Moritz
von Sachsen (1521-1553) von Magdeburger Bürgern geplündert. 1562 wurden in den Kirchenbüchern 30 Bauernstellen in Pechau erwähnt. Bis zum 16. Jahrhundert hatte Pechau nicht mehr als 100 Einwohner. |
Lokatoren agierten als Mittelsmänner zwischen Grundherren und Siedlern. Sie übernahmen
die Verantwortung für Logistik und technische Aspekte der Ansiedlung einschließlich der Siedlerwerbung und Landaufteilung. Dafür
erhielten
sie in den neuen Siedlungen Ländereien mit erblichen Privilegien sowie
das Amt des Dorfschulzen (Dorfvorsteher), der in Gerichtsfällen einen
Teil der Bußgelder und des eingezogenen Eigentums behalten durfte.
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