Pechau - das schönste Elbauendorf Magdeburgs! |
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Die Geschichte Pechaus
1. Gründungsgeschichte |
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Der Ursprung des "Alten Dorfes" Pechau wird auf eine
Ringburg der Morzanen zurückgeführt, die zu den 11
Burgbezirken des gleichnamigen slawischen Gaus gehörte. Die Morzanen
waren eine der vier Stammesgruppen der nordslawischen Wilzen (Lutizen), die in 95 Burgbezirken
siedelten. Die
"mittelslawische" Burg war ca. 125 x 200 m groß. Ihre Besiedlung ist für den Ausgang des
8. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts
nachweisbar. Sie befand sich auf einem noch heute sichtbaren Hügel am
östlichen Ende der Breiten Straße des heutigen Dorfs. Die Siedlung von bis zu 30 Häusern und 300 Menschen wurde durch einen hölzernen Ringwall von rund 150 m Durchmesser und 10 m Höhe geschützt. Bis zum 12.
Jahrhundert verlief um die Insel des Burghügels ein Hauptarm der Elbe.
Alt-Pechau war durch eine Brücke mit dem ostelbischen Ufer in
Richtung der heutigen Brücke über den Umflutkanal verbunden. 923 und 924 zerstörten Ungarn und verbündete Slawen das benachbarte Magdeburg. Es kann nicht völlig ausgeschlossen
werden, daß sich daran auch einige Pechauer beteiligt haben könnten. Die
Elbe war die Grenze zwischen heidnischem Slawengebiet (um 928) bzw. der
Nordmark (um 939) und dem Herzogtum Sachsen des 919 vom ersten
deutschen
König Heinrich I. (als Nachfolger des ostfränkisch-deutschen Königs
Konrad I.) gegründeten christlichen Deutschen Reiches und ab 962 -
durch
die Krönung
Ottos I. (Königskrönung 936) in Rom zum römischen Kaiser - des Heiligen
Römischen Reiches Deutscher Nation. Die slawischen Stämme zwischen
Elbe, Saale und Oder wurden 928 Heinrich I. tributpflichtig. 948 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Pechaus in
der Gründungsurkunde des Bistums Brandenburg, dem Pechau zugeschlagen wurde.
Trotzdem musste Pechau den Kirchenzehnt an das Moritzkloster in Magdeburg
entrichten. 965 schenkte Otto I. dem Moritzstift in Magdeburg
seinen Besitz in Pechau. Otto II. bestätigt 973 diese Schenkungen. Ende
des 10. Jahrhunderts schlossen sich die Wilzen im Bund der Liutizen
("die Grimmigen") zusammen. Durch den Slawenaufstand 983 wurde die
deutsche
Kolonisation der ostelbischen heidnischen Slawengebiete (außer in den
sorbischen Gebieten) bis zur Oder noch einmal für
rund einhundertfünfzig Jahre zurückgedrängt. Die Elbe bei Magdeburg
wurde erneut zum Grenzland. Der Burgward Pechau blieb jedoch ein
wichtiger deutscher
Stützpunkt im Kampf gegen Slawen. 1007 griff der christliche polnische Fürst Boleslaw
I. Chrobry (der Kühne und erster polnischer König, um 967-1025) beim Versuch der Eroberung des Slawengebiets zwischen Oder
und Elbe die Burg Pechau an. Der Gau Morzane wird verwüstet. Es
wird aufgrund von Ausgrabungen angenommen, daß dabei auch die Burg niedergebrannt wurde und
danach Alt-Pechau in der Bedeutungslosigkeit versank. Zur Zeit Friedrichs I. (genannt Barbarossa, 1152-1190) gewannen die Deutschen in der Auseinandersetzung um die ostelbischen Gebiete unter Albrecht dem Bären, Markgraf der Nordmark, endgültig die Oberhand (Wendenkreuzzug 1147). 1139 übergab das Kloster Berge dem Bischof von Brandenburg 100 Hufen Land, wobei das Dorf Pechau eingerechnet wurde. Alt-Pechau existierte zum Ende des 12. Jahrhunderts nicht mehr. |
Burgward stammt aus dem
sächsischen Sprachgebrauch und bezeichnet eine Burg mit Burgbezirk.
Er bestand aus einer
Befestigung und dazugehörigen Dörfern. Die Befestigung war eine einfache
Holz-Erde-Konstruktion mit Wachturm.
Die überwiegend slawische
Bevölkerung war zum Burgenbau, zu Wachdiensten und Abgaben verpflichtet. Die bedeutsamsten slawischen Stämme waren:
Die Stämme waren zumeist untereinander verfeindet. |
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