Pechau - das schönste Elbauendorf Magdeburgs! |
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Klusdamm am Nordrand von Pechau bis zu den Sanddünen der Klusberge (Schwarzer Berg, 60 m) mit rekonstruierter
historischer steinerner Klusbrücke über die Ehle Der am Nordrand von Pechau (Linie Prester - Mühle - Kanalbrücke -
Weg nach Wahlitz) verlaufende Klusdamm war einst ein wichtiger Handels- und Postweg, der die sumpfige Elbaue durchquerte.
Der
Damm lief im Mittelalter von Magdeburg kommend östlich der Klus in drei
Heerstrassen aus.
Die eine lief über Gommern, Leitzkau, Zerbst nach Wittenberg; die
andere führte über Wahlitz und teilte sich dort. Die später wichtigste
Straße ging über Nedlitz,
Ziesar, Brandenburg (Havel) nach Berlin und die andere über Loburg und
den Fläming in
die Lausitz und nach Schlesien. Schon im 10. Jahrhundert benutzten ihn die Heere, die nach Osten zogen. Die über Jahrhunderte hinweg wichtigste
West-Ost-Verbindung im Raum Magdeburgs brachte jedoch Pechau kaum wirtschaftliche Vorteile.
Anfang des 15. Jahrhunderts (älteste Erwähnung 1479) wurde von Flamen
der Klusdamm als einziger hochwassersicherer Übergang über die
Elbe-Ehle-Niederung als Hauptverkehrsweg von Magdeburg an Pechau vorbei in
Richtung Osten ausgebaut. Seine Länge betrug 7.600 m und die Breite 5,76 m (10
Magdeburger Ellen) bei einer aufgeschütteten Höhe von 2,5 m, Der Damm
besaß 10 steinerne Gewölbe, mehr als 35 hölzerne Brücken und war gepflastert.
Beiderseits des Dammes lief je ein Streifen von zwei Ruten (7,52 m) Breite und
Magdeburg beanspruchte über die Gesamtbreite die Gerichtshoheit gegenüber dem
Erzbistum, dem das Umland gehörte. Die
Magdeburger waren mit Recht stolz auf dieses Bauwerk, denn noch bis 16.
Jahrhundert waren die Überlandstraßen allgemein nur breit ausgefahrene
unbefestigte Wege und in den Städten waren längst nicht alle Straßen
gepflastert. Insgesamt 680 laufende Meter Brücken ließen jedes Hochwasser
hindurchströmen.
Reste der Bauten sind in den Tümpeln zu sehen. Die 1571 gebaute "Lange Brücke" bei Pechau (Höhe Kolke
bei der Mühle) besaß 8 große steinerne Gewölbe mit insgesamt 80 Meter Länge, die
sechseinhalb Meter über Niveau lagen. Die beiden anderen steinernen Gewölbe des
Dammes gehörten der Klusbrücke über die Ehle (2 km von Pechau entfernt). Über
sie zogen schon Luther und Napoleon. Noch
heute kündet diese östlich von Pechau gelegene 40 m lange und 4 m hohe
Brücke von der Größe des Klusdamms. Sie ist sein einziges erhaltenes
Brückenbauwerk. Sie wurde als Schalen- beziehungsweise Wagenbrücke gebaut. Der
östliche Bogen hat eine Spannweite von 5 m, der ältere westliche Bogen eine von
7 m. Das Baujahr der Brücke ist unbekannt. Eine Zeichnung aus dem Jahre 1588
zeigt sie bereits in ihrer heutigen Bauart und Form.
Der östliche
Endpunkt der Straße war die Klus, also eine Klause. Ursprünglich wohnte hier
auch ein wirklicher Klausner, ein Mönch des Zisterzienserklosters Ziesar. Er
sorgte hier im Mittelalter für das leibliche und geistige Wohl der Reisenden.
Zur Zeit Friedrich II. war ein Unteroffizier auf der Klus stationiert, der alle
fünf Tage abgelöst wurde. Das Wirtshaus diente auch zur Maut und als Zollhaus,
denn hier verlief bis 1815 die Grenze zwischen Preußen und Kursachsen. Hier
endet die Elbaue und es beginnt mit dem Dünenzug Gerwisch - Heyrothsberge - Menz
- Gommern eine neue Landschaftsform. In der Nähe der Klusbrücke lagen
einst im Winkel Pechau, Klus und Gübs das Dorf Gröneberg (im
frühen Mittelalter aufgegeben) und sogar eine Burg, auf der 1209
Erzbischof Albrecht II. von Magdeburg (1205-1232) kurze Zeit gefangen
gehalten wurde. Der Damm hatte nach den Zerstörungen im Befreiungskrieg, dem Bau des Cracauer Wehrs und der Berliner Chaussee um 1819/1820 seine Bedeutung verloren. 1823 wurden die Brücken des Dammes zum größten Teil abgebrochen. Heute dient der Klusdamm als Rad- und Wanderweg. |
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